Dresdens Kinder- und Jugendtheater tjg. startet am 30. August 2026 in seine 78. Spielzeit. Mit 15 Premieren — inklusive elf Uraufführungen — setzt das tjg. auf aktuelle Stoffe und neue Zugänge zu beliebten Klassikern. Im Zentrum der zweiten Spielzeit von Mihkel Seeder und Ulrike Leßmann stehen die verbindende Kraft und die Lust am gemeinsamen Spiel.
Spielzeitstart und zehn Jahre tjg. im Kraftwerk Mitte:
Mit der Sanierung des ehemaligen Strom- und Fernwärmewerks hat die Stadt Dresden Maßstäbe gesetzt und sich nachhaltig zum theater junge generation bekannt: Auf dem ehemaligen Industriegelände ist im Herzen der Stadt ein Raum entstanden, der ideal auf die Bedürfnisse zeitgenössischen Theaters für junges Publikum ausgerichtet ist. Kulturbürgermeisterin Annekatrin Klepsch bekräftigt den Wert des tjg. als eines der größten europäischen Kinder- und Jugendtheater für die Stadt:
„In der neuen Spielzeit 2026/27 blicken wir glücklich auf eine Dekade tjg. im Kraftwerk Mitte zurück. Die Investition der Landeshauptstadt Dresden in ihr Kinder- und Jugendtheater hat sich in jeder Hinsicht ausgezahlt. Generationen von Kindern und Jugendlichen sowie Familien erleben hier Theater für junge Menschen sowie Puppentheater auf künstlerisch höchstem Niveau auf drei Bühnen. Ich freue mich auf die nächste Spielzeit und ein vielfältiges Programm!“
Diesem Motivationsschub verpflichtet, eröffnet das tjg. die Spielzeit 2026/27 programmatisch mit einem Spektakel zum Grundimpuls des Theaters schlechthin, dem Spiel. Unter dem Titel Auf die Plätze, fertig, los! lädt das Haus zu einem Spielzeit-Auftakt-Spektakel am 30. August. Auf allen Bühnen, im Foyer und auf dem Außengelände geht es um gemeinsames Erleben, Ausprobieren und Ausloten, welches verbindende, sinnstiftende Potenzial im Spielen liegt. Das Vergnügen daran, spielerisch Grenzen zu reflektieren und zu verschieben, Gemeinschaft zu schaffen und Utopien zu (er)finden, wird die Premieren der Saison 2026/27 begleiten.
15 Premieren inklusive elf Uraufführungen
Das tjg. ist ein Theater der Entdeckungen und Uraufführungen. Von 15 Premieren in der kommenden Spielzeit erblicken elf Stoffe in Dresden erstmals das Scheinwerferlicht. Exemplarisch hierfür steht die Uraufführung Smile (8+). Der aktuelle Text der Autorin Esther Becker über Schüler✳innen einer vierten Klasse und ihren Widerstand gegen Ungerechtigkeiten, die sie in ihrem Alltag erleben, war für das bundesweite Förderprogramm „Nah dran! Neue Stücke für das
Kindertheater“ ausgewählt. Das tjg. erhielt den Zuschlag für die Uraufführung.
Die Schule ist auch Schauplatz von Schnabeltier Deluxe (12+). Und das wortwörtlich: Kim muss die Schule wechseln — was zunächst wie eine Katastrophe wirkt, entpuppt sich als Chance, Freundschaften zu schließen und sich selbst neu kennenzulernen. Als mobile Produktion konzipiert, bringt das tjg. die Uraufführung von Sarah Jägers Erfolgsroman in die Schulturnhallen Dresdens und damit direkt ins Lebensumfeld der Jugendlichen.
Einen Sommer fernab seines angestammten Umfelds erlebt hingegen Juri, Protagonist von Martin Schäubles Jugendbuch „Sein Reich“, das im Frühjahr 2027 zur Uraufführung kommt. Mit dieser Produktion bekennt sich das tjg. zum Mut, aktuelle Themen und gesellschaftliche Relevanz konkret zu adressieren: Das Umfeld von Juris Vater, den er kaum kennt und bei dem er den Sommer verbringt, entpuppt sich als reichsbürgernah und mutmaßlich extremistisch. In Sein Reich (14+) muss Juri bald entscheiden, wie er zu den Haltungen seines Vaters steht.
Mit Nils Zapfe kehrt ein dem tjg. in Freundschaft verbundener, erfolgreicher Regisseur und Autor zurück und widmet sich einem weiteren Gegenwartsthema. In Der unsichtbare Wal (10+) sucht er nach Möglichkeiten, die wachsende Einsamkeit unter Kindern und Jugendlichen in Klänge, Bilder und Worte zu fassen, um gemeinsam einen Ausweg aus ihr zu finden.
Als letzte Premiere der Spielzeit eröffnet im Juni 2027 Der gestiefelte Kater (6+) die Sommersaison im Zoo Dresden mit viel Musik. Sergej Gößners Neuinterpretation des grimmschen Märchens zeigt unterhaltsam, dass es im Team gelingen kann, Ungerechtigkeiten entgegenzutreten.
Doppelter Spuk zu Weihnachten und zum Bühnengeburtstag
Spuk unterm Riesenrad war ein absoluter Klassiker des DDR-Fernsehens und kommt nun nach fast 40 Jahren als Abenteuer für die ganze Familie zu Weihnachten ans tjg. Die Geschwister Keks, Umbo und Tammi erleben die legendäre Geister-Verfolgungsjagd im Jahr 2026 und kleine wie große Theater- und Spukbegeisterte dürfen sich auf eine rasant-witzige Weihnachtsproduktion auf der Großen Bühne freuen.
Bevor die Geisterbahnfiguren das Theater übernehmen, feiert das tjg. Ende Oktober passend zu Halloween die hauseigenen Theatergeister, die das Kraftwerk Mitte nun seit zehn spielreichen Jahren bewohnen, mit einem schaurig-schönen Spezial-Familiensamstag. Am Abend des 31. Oktobers weist dann eine spukige Geburtstags-Sonderedition der inszenierten Theaterführung Nachts im Theater Besuchenden den Weg hinter die Kulissen des Kraftwerks.
Abendspielplan und Pop-up Science im Puppentheater
Mit der Ernennung von Dr. Petra Szemacha als künstlerische Leiterin des Puppentheaters betonten Mihkel Seeder und Ulrike Leßmann 2025/26 die Bedeutung dieser tjg.-Sparte. Dieser Fokus wird fortgeführt und erneut eine Produktion für Menschen ab 16 auf den Abendspielplan gesetzt: Regisseur und Professor für Figurentheater der HMDK Stuttgart Florian Feisel wird diese Spielzeit das Spannungsverhältnis Mensch Affe AT ausloten — zwischen Menschsein-Wollen und nicht mehr Menschsein-Können.
Für das jüngere Puppentheaterpublikum geht das tjg.-Ensemble auf Weltraumexpedition. In Kooperation mit dem Innovationsverbund 4transfer (vertreten durch die TU Bergakademie Freiberg) und dem Landesverband der Kultur- und Kreativwirtschaft Sachsen e. V. arbeitet Regisseurin Roscha A. Säidow in Mondstaub AT 2027 an einem kindgerechten Zugang zur Weltraumforschung. Den Auftakt im Puppentheater macht eine Adaption des englischen Märchens Drei kleine Schweinchen (4+): Mit einem neuen Blick auf die bekannte Geschichte fragt Regisseurin Genna Leung — eine der diesjährigen Artists in Residence am tjg. — wie trotz aller Unterschiede Gemeinschaft entstehen kann.
Neue Artists in Residence
Nach der erfolgreichen Zusammenarbeit mit den Residenz-Künstler✳innen Frieda Lange, Helen Rekkor und Philipp Makolies in der Spielzeit 2025/26 hält das tjg. an dieser Arbeitspraxis fest. Neben Genna Leung haben sich die Regisseur✳innen Tamira Kalmbach und Jonathan Heidorn gegen mehr als 170 Mitbewerber✳innen durchgesetzt und werden 2026/27 den Spielplan des tjg. bereichern.
Streitlust und Lebensgefühl — das Jahr der Theaterakademie
Außergewöhnliche Regiestimmen erarbeiten 2026/27 auch die beiden Neuproduktionen der Theaterakademie. Theaterpädagogin Birte Eilbrecht widmet sich mit ihrem jugendlichen Ensemble auf Grundlage choreografischer Ausdrucksformen dem Thema Streiten in Wenn’s knallt (12+). Und tjg.-Schauspieler Stefan Kuk nähert sich in Himmel ist pink (14+) anhand von Motiven aus Frank Wedekinds „Frühlings Erwachen“ einem authentischen Lebensgefühl junger Menschen im Dresden der Gegenwart. Darüber hinaus nimmt die Theaterakademie des tjg. in bewährter Weise die Themen und Lebenswirklichkeiten von Kindern und Jugendlichen auf und bietet ihnen künstlerische Ausdrucksmöglichkeiten, Bühnen und Reflexionsräume.
Räume, die allen Teilen der Dresdner Stadtgesellschaft offen stehen. Hat doch der Einzug ins Kraftwerk für barrierefreie Zugänge, ein Blindeninformations- und Bodenleitsystem sowie eine induktive Höranlage gesorgt. Auch in der neuen Spielzeit arbeitet das tjg. an der Umsetzung inszenierungsbezogener Audiodeskriptionen, Vorstellungen mit gebärdensprachlicher Übersetzung sowie mehrsprachigen Audioguides ― und bietet weiterhin taktile Hausführungen an. Mit dem TAK-Klub: Panorama bietet die Theaterakademie überdies einmal im Monat einen interkulturellen Theatertreff für alle interessierten Menschen von sechs bis zehn Jahren und ihre Familien an, der einen gemeinsamen Blick hinter die Kulissen und in die Entstehungsprozesse bietet. Der TAK-Klub: Auf dem Weg wiederum bringt theaterbegeisterte Jugendliche ab 14 Jahren mit und ohne Behinderung zusammen und bietet ihnen die Möglichkeit, gemeinsam performative Ideen auszuprobieren. Im Juli 2027 findet im Kraftwerk Mitte die inzwischen 8. Zukunftskonferenz der Kinder und Jugendlichen mit dem Titel Wie wollen wir in Zukunft lernen? statt. Die gesamte Spielzeit über widmen sich vier Dresdner Schulklassen zusammen mit professionellen Theaterschaffenden der Zukunft des Lernens. Zum Abschluss der Spielzeit präsentieren sie die entwickelten Konzepte und utopischen Bildungsideen auf der Großen Bühne und schlagen so eine Brücke zwischen schulischem Alltag und Theatererleben — wie zu den künstlerischen Annäherungen an das Thema in dieser Spielzeit in Smile und Schnabeltier Deluxe.
„Wir machen uns stark für positive Impulse für die Gesellschaft und die Lebenswirklichkeit vonKindern und Jugendlichen,“ so das Intendanz-Duo Ulrike Leßmann und Mihkel Seeder. „Auch wenn es schon sicherere, friedvollere, wirtschaftlich weniger herausfordernde Zeiten gegeben hat, um mit dem Mitteln des Theaters konstruktive Signale zu senden: Wir freuen uns auf eine neue Theatersaison voller spielerischer Impulse, die dazu einlädt, das tjg. gleichsam als Mutmacher und als Ort kunstvoller
Unterhaltung für alle Generationen zu entdecken.“
Die vollständige Pressemitteilung können Sie hier herunterladen, Presseanfragen bitte an pia.lobodzinski@tjg-dresden.de


